NEWS | URTEILE

Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.04.2007

Raserei und Alkohol sind die größten Risiken

Polizei stellt Verkehrsunfallstatistik vor / Mehr Kontrollen / Frankfurter Kreuz soll sicherer werden

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Frankfurt ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. 20.662 hat die Polizei im Stadtgebiet und auf den umliegenden Autobahnen erfasst; das sind 2,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Unfalltoten hat sich erhöht. 19 Menschen sind 2006 in Frankfurts Straßen ums Leben gekommen, zehn weitere starben bei Karambolagen auf der Autobahn. Insgesamt wurden 486 Menschen schwer verletzt.

Nach Angaben des Leitenden Polizeidirektors Robert Schäfer ereigneten sich die meisten Unfälle im Stadtgebiet. Mit 17.159 Karambolagen war die Zahl so hoch wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Alle 25 Minuten geschehe ein Unfall in der Stadt, so Schäfer. In fast drei Vierteln aller Fälle sind laut Statistik Autofahrer beteiligt. Lastwagen, Fahrräder, Busse oder Motorräder sind hingegen nur selten involviert.

Außergewöhnlich ist die Unfallhäufigkeit in der Mainmetropole nach Ansicht von Robert Schäfer jedoch nicht. Frankfurt sei mit 378.700 zugelassenen Fahrzeugen und mehreren hunderttausend Pendlern eine „hochmotorisierte Stadt“. Oft ereigneten sich Unfälle, wenn Autofahrer falsch abbögen oder sich nicht richtig einordneten. Aber auch ein zu geringer Abstand zum Vordermann und Missachtung der Vorfahrt führten regelmäßig zu Blechschäden.

Ein Hauptproblem bleibt laut Schäfer die Raserei. „Zu hohe Geschwindigkeiten verursachen Unfälle, die nicht selten auch tödlich enden.“, sagte er. Auf der Kennedyallee etwa hatte ein Radargerät ein Motorrad mit 150 Kilometer in der Stunde erfasst, auf einer Bundesstraße war ein Auto mit 190 Kilometern in der Stunde unterwegs – fast doppelt so schnell, wie auf der Strecke erlaubt war.

Ebenso viele Sorgen bereitet der Polizei der Konsum von Alkohol. 492 Autounfälle wurden im vergangenen Jahr durch Betrunkene verursacht – fast 50 mehr als im Jahr zuvor. In sechs Fällen kam der Fahrer ums Leben. Zugenommen habe auch der Drogenkonsum. 66 Urin- bzw. Blutproben musste die Polizei anordnen, da es bei den Autofahrern Verdachtmomente gab. Gerade auch junge Menschen unterschätzten, dass auch weiche Drogen wie Cannabis oder Haschisch die Konzentration schwächten und die Reaktionsfähigkeit einschränkten, sagte Dieter Herberg, Leiter der Verkehrssicherheit. Künftig sollen deshalb die Verkehrskontrollen verschärft werden.

Etwas günstiger als die Statistik für das Stadtgebiet sieht jene für die umliegenden Autobahnen aus. Dort ging die Zahl der Unfälle um 8,3 Prozent auf 3.503 zurück. Jedoch sei das Frankfurter Kreuz noch immer ein Unfallschwerpunkt, so Herberg. 81 Kollisionen wurden an der Schnittstelle von A3 und A5 im vergangenen Jahr registriert. Die Polizei diskutiere schon seit längerem mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen darüber, wie die Sicherheit am Frankfurter Kreuz verbessert werden könne, sagte Herberg. Ein erster Fortschritt sei mit dem neuen grobkörnigen Straßenbelag erreicht worden.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.04.2007

Raserei und Alkohol sind die größten Risiken

Polizei stellt Verkehrsunfallstatistik vor / Mehr Kontrollen / Frankfurter Kreuz soll sicherer werden

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Frankfurt ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. 20.662 hat die Polizei im Stadtgebiet und auf den umliegenden Autobahnen erfasst; das sind 2,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Unfalltoten hat sich erhöht. 19 Menschen sind 2006 in Frankfurts Straßen ums Leben gekommen, zehn weitere starben bei Karambolagen auf der Autobahn. Insgesamt wurden 486 Menschen schwer verletzt.

Nach Angaben des Leitenden Polizeidirektors Robert Schäfer ereigneten sich die meisten Unfälle im Stadtgebiet. Mit 17.159 Karambolagen war die Zahl so hoch wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Alle 25 Minuten geschehe ein Unfall in der Stadt, so Schäfer. In fast drei Vierteln aller Fälle sind laut Statistik Autofahrer beteiligt. Lastwagen, Fahrräder, Busse oder Motorräder sind hingegen nur selten involviert.

Außergewöhnlich ist die Unfallhäufigkeit in der Mainmetropole nach Ansicht von Robert Schäfer jedoch nicht. Frankfurt sei mit 378.700 zugelassenen Fahrzeugen und mehreren hunderttausend Pendlern eine „hochmotorisierte Stadt“. Oft ereigneten sich Unfälle, wenn Autofahrer falsch abbögen oder sich nicht richtig einordneten. Aber auch ein zu geringer Abstand zum Vordermann und Missachtung der Vorfahrt führten regelmäßig zu Blechschäden.

Ein Hauptproblem bleibt laut Schäfer die Raserei. „Zu hohe Geschwindigkeiten verursachen Unfälle, die nicht selten auch tödlich enden.“, sagte er. Auf der Kennedyallee etwa hatte ein Radargerät ein Motorrad mit 150 Kilometer in der Stunde erfasst, auf einer Bundesstraße war ein Auto mit 190 Kilometern in der Stunde unterwegs – fast doppelt so schnell, wie auf der Strecke erlaubt war.

Ebenso viele Sorgen bereitet der Polizei der Konsum von Alkohol. 492 Autounfälle wurden im vergangenen Jahr durch Betrunkene verursacht – fast 50 mehr als im Jahr zuvor. In sechs Fällen kam der Fahrer ums Leben. Zugenommen habe auch der Drogenkonsum. 66 Urin- bzw. Blutproben musste die Polizei anordnen, da es bei den Autofahrern Verdachtmomente gab. Gerade auch junge Menschen unterschätzten, dass auch weiche Drogen wie Cannabis oder Haschisch die Konzentration schwächten und die Reaktionsfähigkeit einschränkten, sagte Dieter Herberg, Leiter der Verkehrssicherheit. Künftig sollen deshalb die Verkehrskontrollen verschärft werden.

Etwas günstiger als die Statistik für das Stadtgebiet sieht jene für die umliegenden Autobahnen aus. Dort ging die Zahl der Unfälle um 8,3 Prozent auf 3.503 zurück. Jedoch sei das Frankfurter Kreuz noch immer ein Unfallschwerpunkt, so Herberg. 81 Kollisionen wurden an der Schnittstelle von A3 und A5 im vergangenen Jahr registriert. Die Polizei diskutiere schon seit längerem mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen darüber, wie die Sicherheit am Frankfurter Kreuz verbessert werden könne, sagte Herberg. Ein erster Fortschritt sei mit dem neuen grobkörnigen Straßenbelag erreicht worden.